Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit

Anmerkungen, Exkurse



Anmerkungen zu Ps. 8 + 82

In der altgriechischen Übersetzung des AT (der Septuaginta oder kurz „LXX“) wurde Ps.8,5 so wiedergegeben, als ob Gott den Menschen ein wenig niedriger gemacht hätte als „Engel“. Deshalb haben auch viele neuere Bibelübersetzungen diese Art der Übersetzung von Ps.8,5 übernommen. Jedoch steht im hebräischen Original ganz eindeutig das Wort „elohim“, was „Gott“ (der Allmächtige) bedeutet bzw. „Götter“, nicht aber „Engel“. Für Engel gibt es ein eigenes Wort, nämlich „malach“. – Aufgrund der Übersetzung in der LXX wurde auch im Hebräerbrief (Hebr. 2,7) gleichermaßen „Engel“ zitiert. Auch wenn der Schreiber des Hebräerbriefes diesen Ball aus der LXX so weitergespielt hat, um seine Aussage auf den Punkt zu bringen, bleibt die Originalaussage von Ps. 8,5 (bzw. Vers 6, je nach Bibelversion) dennoch, dass Gott den Menschen nur ein wenig geringer geschaffen hat, als er selbst ist.

Diese Aussage, dass Gott den Menschen nur ein weniger niedriger gemacht hat als sich selbst, wird auch durch Jesus bestätigt in Joh. 10,34ff.. Dort verweist er seine Kritiker auf Ps. 82,6, wo Menschen als „Götter“ („elohim“) bezeichnet werden – wohlgemerkt als Götter, nicht als Gott, der Allmächtige! – Nur weil es Menschen gibt, die diese Aussage pervertieren und irgendwelche extremen Lehren entwickeln, sollten wir das Kind nicht mit dem Badewasser ausschütten und unsere Augen vor der herrlichen Stellung verschließen, die Gott uns gegeben hat. Denn damit verschließen wir auch die Augen vor dem Ausmaß seiner unermesslichen Liebe, die er über uns ausgegossen hat. Und das Ergebnis davon ist eine extreme Entwicklung, nur in die entgegengesetzte Richtung – nämlich diese Wurm-Mentalität, die so viele Menschen mit sich herumtragen und auf alle erdenkliche Art und Weise zu kompensieren suchen. Nur die Wahrheit wird uns vor Extremen in die eine oder andere Richtung bewahren. – „Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen(Joh. 8,31f.)!

Zu Ps. 82 sei noch angemerkt, dass hier natürlich zuallererst eine negative Situation beleuchtet wird, da Menschen nach dem Sündenfall nun mal jede Menge üble Dinge getan haben. Nichtsdestoweniger wird hier aber auch eine herrliche Wahrheit mitgeteilt, die von Jesus in Joh. 10,34ff. bestärkt wurde.



Zurück zum Hauptartikel