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Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit


2. Getrennt vom Leben aus Gott




Bild 2: Der Mensch getrennt vom Leben aus Gott

Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! (1.Mo. 2,16.17)

Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. (1.Mo. 3,4-6)



Die Frage ist, wie kam der Teufel zu unserem Titel als Götter dieser Welt? Und wer ist der Teufel überhaupt? – Auch der Teufel ist ein geschaffenes Wesen, genauer genommen ein Engel, und damit ein Geistwesen: „Zu welchem der Engel aber hat er jemals gesagt: «Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße»? Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil erben sollen?(Hebr. 1,13f.) – Wie die Menschen sind auch Engel im Kern ihres Wesens Geist, aber sie haben keinen menschlichen Körper, weil sie nicht wie wir Menschen für das Leben hier auf Erden geschaffen wurden. Genaugenommen war der Teufel zunächst ein herrlicher Cherub, der Gott diente; und er war auch in Eden, im Garten Gottes (Hes. 28,13.14; s.Anmerkungen zum Teufel).

Als nächstes sollten wir Verständnis entwickeln für die Gesetze, nach denen Gott die Welt geschaffen hat. Die meisten Menschen verstehen, dass die Welt/die Natur innerhalb von Naturgesetzen funktioniert. Aber nur die wenigsten, selbst unter Christen, bedenken, dass auch die geistliche Welt solchen Gesetzen unterworfen ist. Hebr. 11,3 sagt: „Durch Glauben erkennen wir, dass die Weltzeiten durch Gottes Wort bereitet worden sind, also das, was man sieht, aus Unsichtbarem entstanden ist.“ Wenn man dieses Zitat zu Ende durchdenkt, kann man erkennen, dass die Gesetze der geistlichen Welt vor unseren physischen Naturgesetzen kommen und diesen zugrunde liegen.



Geistliche und physische Gesetze

Beispiele für physische Naturgesetze sind die Gesetze der Gravitation und der Elektrizität. Die Gesetze der Elektrizität waren von Anfang an vorhanden und hätten von der Menschheit genutzt werden können, wenn wir sie schon eher verstanden hätten. Doch auch jetzt, da wir die Elektrizität verstehen und nutzbar machen können, kann die Elektrizität sowohl lebenspendend als auch lebenzerstörend zum Einsatz kommen. Gleichermaßen mit der Gravitation – eigentlich ist die Gravitation eine gute Sache. Sie ermöglicht uns ein normales Leben auf der Erde, ohne dass wir alles festbinden und anschnallen müssen. Aber wenn jemand zwei Schritte über einen Abgrund hinausläuft, dann hat sie tödliche Wirkung.

Gesetze der geistlichen Welt können wir nur aus der Bibel lernen – so heißt es z.B. in Rö. 6,16: „Wisst ihr nicht: wem ihr euch als Knechte hingebt, ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?“ Dasselbe geistliche Gesetz steht auch in 2.Pet. 2,19: „Denn von wem jemand überwunden ist, des Knecht ist er geworden.“ – Der Teufel, der schon eine Weile länger als wir Menschen auf der Welt war, kannte dieses Gesetz und hat es gegen den Menschen mit Erfolg zur Anwendung gebracht. Er hat uns zur Rebellion/Ungehorsam verführt und uns damit zu seinen Knechten, zu Kindern des Teufels, gemacht. Gott hat die Welt, sowohl die geistliche als auch die physische, nach bestimmten Gesetzen geschaffen, die er nicht nach Belieben einsetzen und wieder aufheben kann, ohne dass sich die Welt ins Chaos auflöst. Die Welt ist durch Gottes Wort geschaffen und sie ist abhängig von der Integrität seines Wortes (z.B. Heb. 1,3; 11,3; Ps. 89,35; 138,2; 119,89). Eigentlich hatte Gott die Welt und alle Gesetze, nach der die Dinge in dieser Welt funktionieren, mit einer guten Absicht geschaffen. Aber seitdem die guten Dinge, die Gott geschaffen hat, pervertiert wurden durch den Eintritt der Sünde in die Welt (denn etwas anderes kann der Teufel nicht tun, als Bestehendes zu pervertieren; er kann nichts wirklich Neues schaffen), können sie für den Menschen auch todbringend sein.

Gott hatte den Menschen alles gegeben, was ihr Herz nur begehren konnte. Sie konnten jeden Tag neue leckere Fruchtsorten probieren. Sie konnten die Pflanzen- und Tierwelt bestaunen und jeden Tag ein anderes großartiges Detail in Gottes Schöpfung entdecken. Sie konnten anfangen herauszufinden, wie die Welt um sie herum funktionierte. Sie konnten sich jeden Abend („bei der Kühle des Tages“ – 1.Mo. 3,8) mit Gott treffen, seine Liebe in sich aufsaugen und ihm erzählen, was sie an diesem Tag alles erlebt hatten. Sie konnten alles genießen … nur eines konnten sie nicht: vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen essen. – „Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!(1.Mo. 2,15-17)

Und die Menschen wollten auch gar nicht davon essen. Sie hatten genug andere wunderbare Dinge zu entdecken. Noch nicht einmal vom Baum des Lebens in der Mitte des Gartens (1.Mo. 2,9) aßen sie. Doch dann kam der Teufel in Gestalt einer Schlange (vgl. Offb. 12,9), weil er, selbst als er noch ein herrlicher Engel war, einen Körper brauchte, durch den er hier auf Erden wirken konnte. (vgl. Mt. 8,28ff.) – Der Teufel überredete die Menschen, Gottes grenzenloser Liebe und seiner uneingeschränkten Versorgung zu misstrauen und ihren „Mangel“ selbst auszufüllen. Doch in Wirklichkeit erzeugte dieses Unterfangen erst ihren Mangel – der Mensch starb, so wie Gott es ihm warnend vorausgesagt hatte. Der Mensch starb, weil er sich vom Teufel zur Rebellion, zur Sünde verführen ließ (1.Mo. 2,17; Rö. 5,12).



Tod bedeutet Trennung – nicht das Auslöschen der Existenz

Doch aus 1.Mo. 5,5 können wir erkennen, dass Adam körperlich erst etwa 900 Jahre später starb. – Was an diesem Tag passierte, war ein geistliches Sterben. Dazu müssen wir verstehen, dass Tod nicht Auslöschung, sondern Trennung bedeutet. (Wenn ein Mensch vor unseren Augen umkippt und stirbt, dann hat sein Körper aufgehört zu funktionieren, aber sein Geist und seine Seele existieren getrennt von seinem Körper weiter.) Und so war der Tod, den Adam und Eva an diesem Tag starben, nicht ein Auslöschen ihres Geistes, sondern eine Trennung vom Geist Gottes. Ihr Geist war weiterhin funktionsfähig, aber er lebte jetzt nicht mehr in perfekter Einheit mit Gottes Geist, mit dem Leben aus Gott, sondern war auf seine eigene Kraft beschränkt. Er hatte die Natur der Sünde angenommen. – Aus der Abhängigkeit vom Leben Gottes waren sie in die Abhängigkeit vom Teufel gewechselt. Doch der Teufel spendet kein Leben – Jesus sagte in Joh. 10,10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss habenund stellte damit treffend das Werk des Teufels dem Wirken Gottes gegenüber.

Die Art und Weise, wie der Teufel den Menschen das Leben aussaugen konnte, war und ist durch die Sünde:Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? … der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Rö. 6,16.23). Durch den Ungehorsam von Adam und Eva war die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde der Tod (Rö. 5,12). Gott hatte uns Menschen zu Göttern dieser Welt gemacht, damit wir hier auf Erden zu herrschen – aus der Gemeinschaft mit ihm heraus (vgl. 1.Mo. 1,26 und Jer. 10,23). Durch die List des Teufels hatten die Menschen (unwissentlich) nun ihre Herrschaft zwar an den Teufel abgetreten, nicht aber ihre Körper, durch die diese Herrschaft und Autorität ausgeübt werden kann. (Deshalb wollten die in Mt. 8,28ff. ausgetriebenen Dämonen auch lieber in eine Schweineherde fahren, als in ihr eigenes Reich zurückkehren zu müssen.) Und somit musste und muss der Teufel die Menschen immer wieder dahingehend manipulieren, mit ihm zu kooperieren und sich ihm durch die Sünde zur Verfügung zu stellen, damit er den Tod im Leben der Menschen wirksam werden lassen kann (nicht erst im Grab, sondern auch schon vorher durch Krankheit, Leiden, Depression, Armut, Angst, usw.). – Deshalb wich mit dem Sündenfall, dem geistlichen Tod der Menschheit, auch noch nicht sofort alles Leben aus den Seelen und den Körpern der Menschen. An dem hohen Alter, das die ersten Menschen laut Bibel noch erreichten, sehen wir, dass der Teufel den Menschen erst noch nach und nach seine ganzen bösen Wege beibringen musste, bevor die Sünde ihre Wirkung akkumulieren konnte und sich die allgemeine Lebensspanne immer mehr verkürzte. Aber als er das erst mal erreicht hatte, nahm die Sünde immer dramatischere Auswirkungen an.

Da sprach Jesus zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen ... Warum versteht ihr meine Rede nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören! Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.(Joh. 8,42-45)

Der geistliche Tod, den die Menschen an dem Tag starben, als sie vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen aßen, ist im Bild 2 mit einem homogen schwarzen Kreis symbolisiert, denn tot ist tot (d.h. völlig vom Leben Gottes getrennt). Da gibt es keine Grauzonen. (Der Geist des Menschen existierte zwar funktionsfähig weiter, vgl. Jak. 2,26, doch wurde die Trennung vom Leben Gottes z.B. auch daran offensichtlich, dass sich Adam und Evas vorherrschend geistliche Sichtweise schlagartig auf eine physische Sichtweise reduzierte – s. 1.Mo. 3,7, vgl. 2.Kö. 6,16f.). Die Seele des Menschen ist in Bild 2 jedoch mit einem zebraartig gestreiften Ring dargestellt. Der Grund für diese Darstellung ist, dass die Seele des Menschen (die internen Computerprogramme, die wir normalerweise als unsere „Persönlichkeit“ wahrnehmen) vom Teufel nicht schlagartig neu programmiert werden konnte und nun sowohl gute (lebenspendende) als auch böse (todbringende) Komponenten enthält. – Die Seele ihrerseits hat einen sehr starken Einfluss auf den Körper (selbst die Medizin spricht über psychosomatische Erkrankungen), so dass die Auswirkungen des Sündenfalls auch vor dem menschlichen Körper nicht halt machen, was symbolisch mit der dunkleren Farbe des Körpers dargestellt worden ist, wobei die ursprüngliche Farbe weiter durchschimmert, da immer noch sehr viel erkennbar ist von Gottes ursprünglichem guten Plan.

Gemäß dem Gesetz, dass „ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage(1.Mo. 1,11) konnten Adam und Eva aber nun an ihre Nachkommen auch nur noch das weitergeben, was sie selbst waren – vom Leben aus Gott getrennt (s.a. Rö. 5,12).



Gottes Liebe besteht fort

Dennoch hat Gott niemals aufgehört, uns Menschen zu lieben, für uns zu sorgen, und die Gemeinschaft mit uns zu wünschen. Das kann man sich so vorstellen, als ob zwischen dir und Gott ein Gartenzaun wäre. Der Zaun ist dein freier Wille, den Gott unbedingt respektiert in dem Sinn, dass er dir nie die Beziehung mit sich selbst oder seine Denkweise aufzwingen wird. Doch Gott steht am Zaun und wartet auf dich, um dir seine Liebe mitzuteilen. Die meisten Menschen behaupten, dass es Gott sei, der ganz weit weg ist von ihnen, doch in Wahrheit sind sie es, die sich von Gott entfernt haben – und Gott hat ihre Entscheidungen respektiert (und steht immer noch am Zaun und wartet auf ihre Umkehr).

Das Fortbestehen von Gottes Liebe wird gut sichtbar in der Geschichte um Kain und Abel – Römer 5,13 sagt: „schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht angerechnet“. – Geistliche und physische Gesetze waren seit Beginn der Schöpfung in Kraft und entfalteten ihre Wirkung. Mit „Gesetz“ sind hier jedoch die Zehn Gebote gemeint und alle expliziten Anweisungen, die Gott durch Mose dem Volk Israel verkünden ließ (das sogen. „mosaische Gesetz“). Solange dieses Gesetz nicht erlassen war, wurde Sünde nicht zugerechnet – in dem Sinn, dass unsere Beziehung mit Gott dadurch nicht getrübt wurde und gefallene, sündhafte Menschen weiterhin in Gottes Gegenwart kommen und mit ihm Gemeinschaft erleben konnten. Wenn wir lesen, wie zuversichtlich Abel Gott sein Opfer darbrachte (1.Mo. 4,2; Hebr. 11,4) und wie gelassen Kain auf Gottes Stimme reagierte, nachdem er seinen Bruder Abel getötet hatte (1.Mo. 4,9-16), können wir erahnen, dass der Umgang mit Gott für sie genauso normal war wie ganz zu Beginn für Adam und Eva, als sie noch im Garten Eden regelmäßige Treffen mit Gott hatten, ehe die Sünde kam (s.1.Mo. 3,8f.). – An der Reaktion von Kain können wir sehen, dass diese Gemeinschaft auch nach dem Sündenfall fortbestand.

Eine der Ursachen, warum Menschen Gottes beständige Liebe für sich anzweifeln, ist die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Garten Eden (1.Mo. 3,23), was gemeinhin so ausgelegt wird, dass ein heiliger Gott keine Gemeinschaft haben könne mit sündigen Menschen. Doch der wahre Grund dieses Verweises aus dem Garten wird in Vers 22 genannt – damit der Mensch nicht „auch noch von dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!“ – Vor dem Sündenfall war das Essen vom Baum des Lebens überhaupt kein Problem gewesen. Dieser Baum stand sogar in der Mitte des Gartens (1.Mo. 2,9), und der Mensch war frei gewesen, sich davon zu bedienen. – Doch jetzt, nachdem der Mensch geistlich gestorben und auch der Verfall von Seele und Körper vorprogrammiert war, war die Vertreibung aus dem Garten Eden keine Strafe, sondern Schutz – der Schutz davor, in dem miserablen Zustand, der irgendwann sehr akut werden würde (und den viele Menschen heute Tag für Tag durchleiden), ewig ausharren zu müssen, ohne jede Hoffnung darauf, diesen Körper irgendwann loswerden zu können.

Gottes Liebe tat das, was für den Menschen unter diesen neuen Umständen am besten war. Doch sein großer Rettungsplan für uns war schon dabei entfaltet zu werden. – Gott sprach zu der Schlange, d.h. zum Teufel: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen.(1.Mo. 3,15). Damit deutete Gott gleich nach der Verführung des Menschen und dessen Sündenfall an, dass er einen Retter schicken würde. Dass bis zur Ankunft dieses Retters etwa 4000 Jahre vergehen würden, lag an den Beschränkungen, denen selbst Gott unterworfen war aufgrund seiner eigenen Gesetze:

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde...(1.Mo. 1,26)

Der Himmel gehört dem HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.(Ps. 115,16)

Die Geheimnisse sind des HERRN, unseres Gottes, die geoffenbarten Dinge aber sind für uns und unsere Kinder bestimmt ewiglich, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.(5.Mo. 29,29)

Das autoritative Handeln hier auf Erden ist an den Besitz eines menschlichen Körpers gebunden (bzw. an die Kooperation des Besitzers). Während der Teufel und seine Dämonen sich nicht vor dem Gebrauch von Mafia-Methoden scheuen, um dieses Problem zu lösen, ist Gott stets Gentleman und zwingt niemanden zur Kooperation mit ihm. Deshalb dauerte es seine Zeit, bis genügend Menschen gefunden waren, unter deren Mitwirkung Gott seinen Rettungsplan in all seinen Etappen vorbereiten und durchführen konnte.



Gottes Plan für unsere Rettung

Und so gab es zunächst eine Zeit des Gewissens, in der die Sünde nicht zugerechnet wurde (Rö. 5,13) und die Menschen nur durch ihr Gewissen geführt und gerichtet wurden (s. Rö. 2,15f.; Rö. 7,9f.). Das Problem war jedoch, das sich die Menschen gegenseitig als Maßstab nahmen und demzufolge fanden, dass sie gar nicht so schlecht seien. Im Gegenteil, im Vergleich zu ihren „unmöglichen“ Nachbarn waren sie sogar richtig gut (dasselbe Problem haben wir heute auch noch!). – Gott ließ die Menschen in dieser Zeit gewähren und griff nur mit Gericht ein, wenn die Menschheit drohte, sich selbst auszurotten durch die Sünde. Obwohl diese Eingriffe Gottes ziemlich drastisch waren (z.B. Sintflut, ab 1.Mo. 6), sicherten sie doch das Fortbestehen der menschlichen Art. Denn das Problem der Überhand nehmenden Sünde war vergleichbar mit einem wuchernden Krebsgeschwür, das aus einem befallenen Körper herausgeschnitten werden muss. Obgleich so ein Eingriff Gliedmaßen oder gar wichtige Organe kosten kann, ist er der Alternative immer noch vorzuziehen. – Diese Phase, in der die Menschen allein ihrem Gewissen verantwortlich waren, dauerte etwa 2000 Jahre.

Von Anfang an machte Gott den Menschen immer wieder SEINEN WEG der Errettung deutlich: nämlich das VERTRAUEN AUF IHN – ein völliges Überzeugtsein von Gottes Güte, Wohlwollen und Vollbringen dessen, was er gesagt hat. Dieses Vertrauen sehen wir in Hiob aufglimmen: „Doch ich weiß: mein Erlöser lebt ...(Hiob 19,25). Und dieses Vertrauen war es, was Abraham vor Gott als Gerechtigkeit angerechnet wurde: „Und er hat geglaubt auf Hoffnung, da nichts zu hoffen war, auf dass er würde ein Vater vieler Völker, wie denn zu ihm gesagt ist: 'Also soll dein Same sein.' Und er ward nicht schwach im Glauben, sah auch nicht an seinem eigenen Leib, welcher schon erstorben war (weil er schon fast hundertjährig war), auch nicht den erstorbenen Leib der Sarah; denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern ward stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste, dass, was Gott verheißt, das kann er auch tun. Darum ist's ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet.(Rö. 4,18-22). Auch Mose wusste, dass Vertrauen in Gottes Güte der Weg ist, um gerettet zu werden (vgl. 5.Mo. 30,11-14 mit Rö. 10, 6-8), ebenso wie König David, der auch nach seinen schlimmsten Fehlern nie aufhörte, sich der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen (Ps. 32 und 51; 1.Chr. 21,13). Auch der Prophet Habakuk verkündete schon im Alten Testament: „... der Gerechte wird durch seinen Glauben leben(Hab. 2,4).

Doch da die Sünde mit der Zeit immer schlimmere Ausmaße annahm und nur sehr wenige Menschen ihre Herzen genügend auf Gott ausrichteten, um seinen Weg zu begreifen, musste er zunächst das (mosaische oder alttestamentliche) Gesetz einführen, um den Menschen ihre Not und ihr Verlorensein vor Augen zu führen. Denn bevor sie das nicht sahen, konnten sie auch nicht verstehen, wieso sie einen Retter brauchten, um hier auf Erden das Leben führen zu können, für das Gott uns Menschen gemacht hat. (Durch die ganze Heilgeschichte hindurch können wir erkennen, dass das für Gott wirklich wichtig zu sein scheint, dass wir schon hier auf Erden das Leben aus Gott leben!) Und so kam dann die Zeit des (mosaischen) Gesetzesnicht für alle Völker, sondern nur für das Volk Israel, Gottes auserwähltes Volk. Aber die anderen Völker nahmen vom Wirken Gottes in diesem Volk und von dem Maßstab, der mit seinen Geboten eingeführt wurde, durchaus Notiz. Auf den Punkt gebracht, sagte Gott dem Volk Israel: Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr reichen Segen (d.h. all das Gute, das ich für euch will) erleben; wenn nicht, dann werdet ihr unter dem Fluch (d.h. all das Schlechte, das aus der Sünde kommt) sein (5.Mo. 28). Das Volk Israel sagte, „Ja klasse, machen wir!“ Doch das Problem war, dass sie ja immer noch Sklaven der Sünde und des Teufels waren (und damit ohnehin unter dem Fluch waren), ohne sich dessen bewusst zu sein. Und wenn sie es gewusst hätten, hätte es ihnen nichts genutzt, da sie die Lage ja selbst verschuldet hatten. Also nahm Gott die sowieso bestehenden geistlichen Gesetze, meißelte sie in Stein (sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn), und sagte dem Volk Israel (ohne dass sie die geistlichen Hintergründe verstanden hätten): „Unterwerft euch diesen Geboten. Tut diese Dinge und tut jene nicht!“ Wenn sie sich auf diese Weise in ihren Handlungen Gott unterwarfen, dann gaben sie Gott die Macht, sie zu segnen und ihren Alltag zu ihren Gunsten zu lenken; und gleichzeitig widerstanden sie der Sünde und dämmten damit die Handlungsmöglichkeiten des Teufels (und die Folgen des Fluches) ein.

Das mosaische Gesetz diente also erstens der Eindämmung der Sünde, damit die Menschheit sich nicht selbst ausrottete, noch bevor der versprochene Retter kommen konnte. Zweitens machte das mosaische Gesetz den Menschen ihre Sünde so richtig bewusst, weil der relative Maßstab (Vergleich zum Mitmenschen) durch einen absoluten Maßstab (Gottes Gerechtigkeit) ersetzt worden war. Während Gott in der Zeit des Gewissens nur eingegriffen hatte, wenn die Sünde Überhand genommen hatte, sorgte er jetzt radikal für die Einhaltung des Gesetzes mit schlimmen Strafandrohungen und Strafen. Die zahlreichen schrecklichen Nebeneffekte, die das strafende Auftreten Gottes mit sich brachte (Erkenntnis der Sünde, Verdammnis, Furcht vor Gott, negatives Gottes- und Menschenbild), machen klar, warum Gott 2000 Jahre lang gewartet hatte, ehe er das Gesetz einführte. Doch die Menschen mussten das Ausmaß ihrer Hilfs- und Machtlosigkeit gegenüber der Sünde erkennen, um zu verstehen, wie dringend sie einen Retter brauchten. Sie mussten begreifen, dass sie sich niemals selbst durch ihre guten Taten retten konnten (wie das heute immer noch viele Menschen annehmen). Und das war der dritte Zweck der Einführung des mosaischen Gesetzes – den Menschen ihre Not deutlich zu machen und die Bereitschaft zu wecken, ihr Vertrauen in einen Retters zu setzen.

Leider meinten viele Menschen, dass das Gesetz gegeben worden sei, damit sie sich selbst retten könnten. Doch genau das war niemals der Zweck des Gesetzes und ist es auch heute nicht:

Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz.“ (1.Kor. 15,56)

durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde(Rö. 3,20)

die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: «Du sollst nicht begehren!»(Rö. 7,7)

das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte(Rö. 8,3)

nicht durch Gesetz wurde Abraham oder seiner Nachkommenschaft die Verheißung zuteil, dass er der Welt Erbe sein sollte, sondern durch Glaubensgerechtigkeit(Rö. 4,13)



Gottes Wort kehrt nicht leer zurück

Da die Menschen im AT geistlich tot waren und sie geistliche Wahrheiten nicht begreifen konnte (vgl. Mt. 11,11), gab Gott ihnen zahlreiche Anordnungen, die wie Bilder symbolisch auf die kommende Errettung hinwiesen und die ihre Gottesdienste regelten (s. Hebr. 9). Außerdem erweckte Gott aus seinem Volk Israel immer wieder Propheten – Menschen, deren Herz sensibel genug für Gott war, so dass er durch sie zum Volk reden und sein Wort verkündigen konnte. Diese Worte, die Gott durch seine Propheten sprach, waren äußerst wichtig für das Kommen des Retters. Wir wollen uns hier einmal etwas näher mit der Bedeutung von Gottes Wort beschäftigen.

Also soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: es soll nicht leer zu mir zurückkehren, sondern ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es sende!“ (Jes. 55,11)

Durch Glauben erkennen wir, dass die Weltzeiten durch Gottes Wort bereitet worden sind, also das, was man sieht, aus Unsichtbarem entstanden ist.(Hebr. 11,3)

„Meinen Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist.(Ps. 89,35)


Gottes Wort ist wie ein Same. In Mk. 4,13-20 sagte Jesus: „Versteht ihr dieses Gleichnis nicht, wie wollt ihr alle Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Die am Wege, das sind die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt alsbald der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist ... Die aber auf das gute Erdreich gesät sind, das sind die, welche das Wort hören und es aufnehmen und Frucht tragen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig.

Und in Mk. 11,22 sagt Jesus in allen mir vorliegenden deutschen Übersetzungen: „Habt Glauben an Gott!“ – Aber willst du wissen, was Jesus hier wirklich sagte? – Habt den Glauben Gottes! (Das Wort „Glauben“ steht im Griechischen im Akkusativ [4.Fall] und das Wort „Gott“ steht im Genitiv [2.Fall]. Eine andere Übersetzung ist eigentlich nicht möglich, es sei denn, die eigene theologische Überzeugung verhindert echtes Verständnis.) Jesus sagt hier: „Habt den Glauben Gottes!Denn weiter heißt es in Vers 23: „Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Herzen nicht zweifelte, sondern glaubte, dass das, was er sagt, geschieht, so wird es ihm zuteil werden.

Jesus erklärte in diesen Versen nämlich, wie er den Feigenbaum von jetzt auf plötzlich durch die Macht seines Wortes verdorren ließ. – Als Gott die Welt schuf, sagte er: „Es werde Licht! ...Und er hatte in seinem Innern ein genaues Bild dessen vor sich, was er damit meinte. Und das Ergebnis war „... es wurde Licht.“ – Dieses innere Bild, das Gott im Schöpfungsprozess durch sein Wort nach außen projizierte, ist der Glaube Gottes, den auch wir haben sollen.

Auch wir Menschen brauchen innere Bilder, wenn wir schöpferisch tätig werden wollen. Keiner kann ein Haus bauen, wenn er nicht vorher eine Vorstellung davon in seinem Innern entwickelt hat. Und je genauer dieses Bild ist, um so besser wird der Bau auch gelingen. Um unseren Mitmenschen diese inneren Bilder mitzuteilen, zeichnen wir Bilder, entweder auf Papier oder durch Worte. – Auch Worte enthalten Bilder. – Das Wort „Hund“ kann normalerweise jeder sofort mit einem inneren Bild verbinden. Und je exakter ich den „Hund“ beschreibe (z.B. „ein großer schwarzer Deutscher Schäferhundrüde“), desto mehr gleichen sich unsere inneren Bilder aneinander an. Dieses innere Bild, das in Gottes Worten enthalten ist, das ist die „Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht(Hebr. 11,1) – das ist der Glaube Gottes, der die Macht hat, die Dinge hervorzubringen, die darin enthalten hat.

Gottes Wort enthält Gottes Glauben: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Wort Gottes(Rö. 10,17). Wenn du beim Lesen von Gottes Wort dasselbe innere Bild vor Augen hast wie Gott – z.B. „... durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid(1.Pet. 2,24), und du siehst dich im Innern als geheilt – dann hast du den Glauben Gottes und Mk. 11,22ff. funktioniert für dich, so dass du deine Heilung auch äußerlich sehen kannst (so wie der Feigenbaum, den Jesus verfluchte, auch äußerlich verdorrt war – Mk. 11,13ff.)

Gottes Wort ist also wie ein Same – weil es von Gottes Glauben belebt wird, wird es „nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe(s.Jes. 55,11). – Jetzt können wir auch die Bedeutung des Prophetien über das Kommen des Retters im AT verstehen. Von Gott eingesetzte Propheten sprachen Gottes Wort und schrieben es nieder. Das AT ist voll von Prophezeiungen über das Leben Jesu. Wenn man es erst mal verstanden hat, dann sieht man diese geistliche DNA überall im AT. Gott schuf durch diese Prophetien den geistlichen Samen für das Leben Jesu hier auf Erden, seinen Tod und seine Auferstehung.

Als dieser geistliche Same komplett war, brauchte es eigentlich nur noch eine gottesfürchtige Jungfrau, die sagen würde: „... Mir geschehe nach deinem Wort!(Lk 1,38).






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